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Zu Gast am BSZ:

„KinderBerg International“ - 21.05.2014

Humanitäres Engagement als Lebensaufgabe

„Ich wollte einmal im Leben etwas Gutes tun“, sagt Suzana Lipovac über die Anfänge ihres humanitären Engagements in den 90er Jahren. Damals verbrachte die in Stuttgart geborene Tochter bosnischer Kroaten ihre Ferien in bosnischen Kriegsgebieten, um zu helfen. „Der Krieg hat mich kalt erwischt.“ Danach, so sagt die heute 46-Jährige, sei es für sie unmöglich gewesen, in ihren normalen Alltag, mit gutbezahltem Job als Managerin in einem Weltkonzern, schnellem Auto und vielen Freiheiten, zurückzukehren. Sie gründete mit Mitte 20 eine humanitäre Privatinitiative, um Kriegsflüchtlinge und Verletzte zu unterstützen. Daraus ging später der „KinderBerg“ hervor. Die Hilfsorganisation mit Hauptsitz in Stuttgart unterstützt mittlerweile Projekte in Afghanistan, Sri Lanka, Nepal, an der Elfenbeinküste und in Balkanstaaten.

Schwerpunkt der Projektarbeit in Afghanistan, über die Suzana Lipovac vor Klassen der Berufsschule und des Beruflichen Gymnasiums berichtete, sind der Auf- und Ausbau des dortigen Gesundheits- und Bildungswesens und die Unterstützung der Entwicklung hin zu einer aufgeklärten Zivilgesellschaft. Mittlerweile betreut „KinderBerg“ dort 65 000 Patienten. Das Auswärtige Amt förderte die Organisation in den Jahren von 2007 bis 2012 mit 23 Millionen Euro.   

Den Schülern erzählte Lipovac von ihren persönlichen Erfahrungen in dem armen und bildungsfernen Land, in dem die Kinder- und Müttersterblichkeit mit zu den höchsten auf der Welt gehört.

Für sich selbst hat Suzana Lipovac mit KinderBerg einen Weg gefunden, ihr „schlechtes Gewissen zu beruhigen“. Die Arbeit sei für sie „meine Therapie“. Für ihr Engagement wurde die Stuttgarterin mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg.