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Schule trifft Wirtschaft 2017

„Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten“

Jürgen Grässling - Aktivist und Rüstungsgegner

Nicht vielen ist bewusst, dass Militärtechnik im regionalen Umfeld ein Wirtschaftsfaktor ist. Von 100 Kriegstoten werden durchschnittlich 63 durch Kleinwaffen wie dem G3-Gewehr der badischen Firma Heckler & Koch getötet. Daimler-Benz verkaufte bereits 150.000 Militär-Unimogs weltweit. Und der dem in Ditzingen ansässige Konzern Thales ist einer der führenden Militärelektronikhersteller für den globalen Markt. Mit diesen Informationen klärte Grässlin Schüler und Besucher des Vortrags am BSZ auf.

 

Bei den aktuellen Rüstungszahlen liegt Deutschland auf Rang drei, wenn man die Produktion von Kleinwaffen und Munition betrachtet. In dieser Hinsicht mahnte Grässlin vor allem den Anstieg beim Export in sogenannte Drittländer – also Länder, die nicht der EU oder der NATO angehören – an. Wenn beispielsweise Waffen in Krisengebieten wie Syrien, Irak und Afghanistan exportiert werden, muss mit Kriegsleidenden und Flüchtlingen gerechnet werden, da sie dort auch in die Hände von Extremisten wie dem IS oder den Taliban fallen können. So mahnte Grässlin: „Der IS schießt deutsch“ und rief dazu auf sich gegen Rüstungsexporte zu engagieren.