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Zu Gast am BSZ:

Jugendbuchautor Manfred Mai erzählt Geschichte und Geschichten

 

Manfred Mai, einer der meistgelesenen Kinder- und Jugendbuchautoren deutscher Sprache, hatte am 20. Februar 2018 keine Probleme, den gefüllten Konferenzraum des BSZ mucksmäuschenstill zu machen. Die Schülerinnen und Schüler der zweijährigen Berufsfachschule bemerkten am Dienstagmorgen schnell, dass sie hier keiner normalen Geschichtsstunde beiwohnten.

 

Die BSZ-Schüler wurden zunächst über die Entstehung, Entwicklung und Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft seit dem Ende des zweiten Weltkriegs informiert. Mai spannte hierbei einen Bogen von der Nachkriegszeit bis zur Verleihung des Friedensnobelpreises für die Europäische Union im Jahre 2012. Immer wieder baute Mai geschickt und mit gekonnter Erzählerstimme kurze Lesepassagen aus seinen Büchern in den Vortrag ein, um die Schülerinnen und Schüler in vergangene Zeiten zu entführen. Im zweiten Teil des Vortrags wurden die Schülerinnen und Schüler über die Herrschaftsverhältnisse des Mittelalters aufgeklärt.

 

Die Schüler, die nur eine „alternative Geschichtsstunde“ erwarteten, wurden überrascht, denn Mai machte auch seine eigene bemerkenswerte Karriere zum Thema – und dies völlig uneitel. Der ehemalige Volksschüler Mai, der von sich behauptet, selbst kein guter Schüler gewesen zu sein, motivierte die Anwesenden, ihren Interessen und Neigungen nachzugehen, um so das beste aus ihrem Leben herauszuholen. Der gelernte Lackierer bildete sich weiter und wurde Realschullehrer. Aus seiner Lehrtätigkeit entwickelte sich die Lust zum Schreiben. Mittlerweile hat er seit 1978 rund 150 Bücher veröffentlicht, die in bis zu 27 Sprachen übersetzt wurden.  Mai erläuterte, dass gerade die schwierigen Schüler ihn dazu brachten, sich literarisch zu betätigen. Auf die Frage eines Schülers, ob er sich seinen Erfolg erklären könne, antwortete Mai: „Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und hatte dann auch noch Glück.“ Der Autor erklärte daraufhin seinen Durchbruch in den 80er Jahren durch die Veröffentlichung einer Erzählung über einen jungen Neo-Nazi. Manfred Mai war damals der erste Autor, der sich diesem Thema in einem Kinder- und Jugendbuch zuwandte.

 

Der Organisator der außergewöhnlichen Lesung – BSZ-Geschichtslehrer Jürgen Messerschmidt – war selbst Schüler des Erfolgsautors und freute sich, dass Manfred Mai seinem Ruf folgte. Zahlreiche Fragen und eine rege Teilnahme an den Gesprächen zeigten, dass der Autor die Schülerinnen und Schüler mitreißen konnte.