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Zu Gast am BSZ: Hilde Domin

Ars longa

Hilde Domin

Zweiundneunzigjährig erklärte sich Hilde Domin, eine der wichtigsten Autorinnen der Gegenwart, bereit, vor Schülern unserer Schule zu sprechen. 2001 las sie hier aus ihren Gedichten und berichtete über ihre persönlichen Erfahrungen von Vertreibung, Exil und Rückkehr in ein Land, in dem sie und ihre Eltern durch den Aufstieg der Nationalsozialisten bedroht worden waren. Eine Entwicklung, deren katastrophales Ende sie zusammen mit ihrem Mann, dem Archäologen und Philologen Ernst Palm, früh antizipierte: schon 1932 verließ das Paar Deutschland, um nach einer Odyssee in der Dominikanischen Republik zu landen – das Land, in dem sie zu schreiben beginnt und dem sie ihren Künstlernamen entlehnt.

ARS LONGA
DER ATEM
IN EINER VOGELKEHLE
DER ATEM DER LUFT
IN DEN ZWEIGEN.
DAS WORT
WIE DER WIND SELBST
SEIN HEILIGER ATEM
GEHT ES EIN UND AUS.

IMMER FINDET DER ATEM
ZWEIGE
WOLKEN
VOGELKEHLEN.
IMMER DAS WORT
DAS HEILIGE WORT
EINEN MUND.